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Wale zieht es zum Capo Sant’Andrea

Wer an die gigantischen Meeressäuger denkt, verortet sie zumeist in den Ozeanen – fern von Europas Küsten. Tatsächlich aber tummeln sich Wale auch im Mittelmeer. Am Capo Sant’Andrea, der Nordwestspitze Elbas, stehen die Chancen, die Riesen zu sichten, besonders gut.

Aufmerksamen Augen entgehen sie nicht – die grauen oder schwarzbraunen Rücken mit der spitzzulaufenden Flosse. Urplötzlich tauchen sie auf, treiben wie geheimnisvolle U-Boote auf den Kräuselwellen, um dann ebenso schnell wieder darunter zu verschwinden. Wenn die Finnwale im nördlichen Tyrrhenischen Meer – vor den Küsten der Toskana und Liguriens – auftauchen, wird es allmählich Sommer auf der nördlichen Erdhalbkugel. Wassermassen mit nährstoffreichen Salzen steigen aus den Tiefen auf. Durch das eindringende Sonnenlicht entwickeln sich darin riesige Mengen Phytoplankton und wenn sich diese Micro-Meerespflanzen vermehren, vermehrt sich auch der Krill. So nennen Meeresbiologen die winzigen, garnelenförmigen Krebstiere, die sich vom Phytoplankton ernähren.
„Wale wiederrum haben es auf den Krill abgesehen“, sagt der Biologe Alessandro Giannì. Die Mini-Krebse sind die Hauptnahrung der Giganten. Zwei Tonnen Krill braucht ein ausgewachsener Finnwal – Tag für Tag. Ihre Mahlzeit spüren die Meeressäuger bei Tauchgängen in 100 oder mehr Metern Tiefe auf. Mit erstaunlicher Wendigkeit umkreisen die bis zu 20 Meter langen Giganten das Meeres-Kleinstgetier. Haben sie einen dichten Schwarm zusammengescheucht, verleiben sie ihn sich ein. Mit dem Krill dringen auch enorme Wassermengen in den Walkörper, bis zu 80 Tonnen. Dadurch verdoppeln die Tiere kurzzeitig ihr Körpervolumen. Durch die Barten pressen sie die Flüssigkeit wieder heraus. Die Krebse dagegen bleiben am Bartensieb hängen.

Mit dem Strom gen Norden

Bis in den Herbst hinein gibt es genügend Krill im nördlichen Tyrrhenischen Meer, und solange tummeln sich die Giganten in diesen Gefilden. Das nördliche Tyrrhenische und das Ligurische Meer mit der Insel Elba, dem Capo Sant’Andrea und den anderen Inseln des toskanischen Archipels liegen inmitten des „Santuario dei Cetacei“, dem „Wallfahrtort der Wale“. In diesem Schutzgebiet sollen die Meeressäuger von Menschen weitestgehend unbehelligt bleiben. Wer die Finnwale, nach den Blauwalen die größten Lebewesen der heutigen Welt, aus der Nähe erleben möchte, kann mit zahlreichen Anbietern auf Walsafari gehen. Selbstverständlich werden die Beobachtungstouren unter strengen Natur- und Tierschutz-Auflagen durchgeführt.
Dass Finnwale gerade vor Elba und besonders am Capo Sant’Andrea in großer Zahl gesichtet werden, hat mit ihrem „Reiseverhalten“ zu tun, erklärt Meeresexperte Giannì. Denn wenn sie sich aus ihrem Winterquartier im südlichen Mittelmeer im Frühling auf den Weg gen Norden machen, folgen sie einer bestimmten Strömung. Die verläuft entlang der tyrrhenischen Küste. Vor Elba teilt sie sich. Ein Abzweig strömt zwischen den Inseln Elba und Korsika hindurch. Der andere fließt zunächst in den Kanal von Piombino und dann an der Nordküste Elbas entlang. Wale, die dieser Strömung folgen, werden von der Dynamik des Wassers zum Capo Sant’Andrea geleitet.

Das größte Geheimnis des Mittelmeers

In der Regel halten die Meeresriesen mindestens eine Meile Abstand zur Küste. Von der Strömung geleitet tauchen sie jedoch häufig auch in der Bucht von Elbas Hafen Portoferraio auf, wo sie dem Land deutlich näherkommen. Wenn es Herbst wird, tritt Balaenoptera physalus, so der wissenschaftliche Name, die Rückreise an. Die Wale nehmen dann eine ähnliche Route, kommen erneut an Elbas Nordwestspitze vorbei. Dutzende Male legen viele von ihnen im Laufe des Lebens diese Nord-Süd-Passage zurück. Finnwale können rund 100 Jahre alt werden. Wenn die Tiere zu Beginn des Sommers zurückkehren, haben sie ihre Jungen im Schlepp. „Wo genau die Wal-Kälber geboren werden, wissen wir bis heute nicht genau“, sagt Alessandro Giannì. „Das ist vermutlich das bestgehütete Natur-Geheimnis des Mittelmeers.“

Für weitere Informationen: www.caposantandrea.it

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Bildquelle: Consorzio Capo Sant’Andrea

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